Transnationale Repressionen

Wenn eine Autokratie seine Kritiker außerhalb des Landes verfolgt, zum Schweigen bringt oder einschüchtert, spricht man von grenzüberschreitenden (oder transnationalen) Repressionen. Das Thema hat in den letzten Jahren an Aktualität gewonnen, da Dissidenten aus Belarus und Russland verstärkt Zuflucht in der EU suchen. Die Regime bleiben nicht untätig: Sie unterdrücken nicht nur Aktivitäten innerhalb ihrer eigenen Grenzen, sondern versuchen eben auch, die Ausgewanderten unter Druck zu setzen.

Ein aktueller Bericht von Reporter ohne Grenzen zeigt, dass russische Medienschaffende auch im Exil alles andere als sicher sind. Und der neue UN-Menschenrechtsbericht zur Lage in Belarus kommt zu dem Ergebnis, dass das Lukaschenko-Regime bei transnationalen Repressionen sogar führend ist.

Aus diesem Anlass hat dekoder-Redakteur Ingo Petz mit Oleg Agejew gesprochen. Er ist Jurist und Anwalt des unabhängigen Belarussischen Journalisten-Verbandes (BAJ).